• slideshow1.JPG
  • slideshow5.jpg
  • slideshow2.jpg
  • slideshow4.jpg
  • slideshow6.JPG
  • slideshow3.JPG

Quer dur d' Schwiiz                                                                                        

111 Jahre alt wurde der Turnverein Rafz dieses Jahr. «Das müssen wir feiern!», haben sich einige Turner nach der Generalversammlung im Jahr 2015 gedacht und kamen auf die Idee, im Rahmen dieses Jubiläums die «Quer dur d’Schwiiz» Stafette wieder aufleben zu lassen. Diese Stafette, welche von Bargen im Norden des Kantons Schaffhausen bis nach Pedrinate ganz im Süden des Kantons Tessin führt und somit die Schweiz einmal von Nord nach Süd durchquert, wurde 1990 das erste Mal durchgeführt. Dabei legte jeder der damals 21 Läufer abwechselnd einen Kilometer zurück. Schon bald war das OK für die Neuauflage gefunden und machte sich fleissig an die umfangreiche Planung.

Selbstverständlich ist ein solches Unterfangen kein Zuckerschlecken und verlangt eine angemessene Vorbereitung. Im Wintertraining wurde dazu gezielt die Lauftechnik trainiert und verbessert. Als die Temperaturen Anfang April endlich etwas in die Höhe kletterten, begannen wir jedes Training mit einem Kilometerlauf, angefangen bei der Saalsporthalle und dann bei der Dreschschüür «links-links-links» einmal rund ums Feld. Als die Stafette langsam aber sicher näherkam, wurde oft auch nach dem Training nochmal eine Runde angehängt. Dies selbstverständlich zusätzlich zum individuellen Training jeder Athletin und jedes Athleten.

Am 28. August absolvierten wir dann das letzte Training vor der Stafette. Noch einmal setzten wir alles daran unsere Zeiten zu verbessern. Zu diesem Zeitpunkt war die Anspannung zwar schon da, aber die Stimmung trotzdem noch relativ locker. Dies änderte sich dann, als man sich am Freitag 31. August um 11:45 Uhr vor der Saalsporthalle traf. Die Anspannung und die Nervosität waren allen ins Gesicht geschrieben. Mit wem bin ich im Bus? Habe ich genügend Wechselkleidung dabei? Reicht das Essen aus? Um 12:15 Uhr ging es dann los in Richtung Bargen und der Start der Stafette stand nun unmittelbar bevor. Kurz vor 13 Uhr traf man am «Schwarzen Staa» und somit dem nördlichsten Grenzstein der Schweiz ein. Neben der Anspannung und Nervosität hatte nun auch die Vorfreude ihren Höhepunkt erreicht. Bei jeder und jedem der 24 Athletinnen und Athleten, aber auch bei allen Helferinnen und Helfern kribbelte es richtig.

Nach einem obligaten Teamfoto nahm unser Startläufer Karl «Schari» Schweizer um 13:07 Uhr den ersten Kilometer unter die Turnschuhe. Bereits am Start hatten wir somit einen Rückstand von 7 Minuten auf die Marschtabelle, welche den Start für 13:00 Uhr vorgesehen hatte. Im Wissen, dass die Laufstrecke mit den Aufstiegen zum Sattel, der Schöllenen, dem Gotthardpass und dem Monte Ceneri noch einige Herausforderungen bereithalten würde, wollten wir diesen Startrückstand möglichst bald in einen Vorsprung umwandeln. Nachdem wir Schaffhausen mühelos durchquert und am Schloss Laufen vorbei weiter in Richtung Winterthur unterwegs waren, konnten wir bereits einen 10-minütigen Vorsprung zur Marschtabelle vorweisen. Kurz vor Marthalen schien Petrus uns dann aber einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Er öffnete seine Schleusen und es goss wie aus Kübeln und hörte erst kurz vor Andelfingen wieder auf. Mit Winterthur stand dann schon bald die nächste kritische Etappe bevor und die Stadt begrüsste uns mit einem weiteren, kräftigen Regenschauer. Trotz widrigen Wetterbedingungen waren wir aber seit dem Start deutlich schneller als die berechneten 5 Minuten pro Kilometer gelaufen, denn nachdem jede und jeder den 3. Kilometer absolviert hatte, durften wir uns ausgangs Winterthur bereits über einen Vorsprung von 40 Minuten freuen.

Weiter ging es das Zürcher Oberland hinunter nach Rapperswil und über den Seedamm genossen wir die letzten flachen Kilometer, bevor es dann von Pfäffikon SZ über Schindellegi, Rothenthurm und zum Sattel nur noch aufwärts ging. Auf der Passhöhe kurz nach 21 Uhr hatten die Athletinnen und Athleten bereits über 500 Höhenmeter überwunden. Nach dem Eindunkeln konnte ein äusserst positives erstes Zwischenfazit gezogen werden: Der Vorsprung gegenüber der Marschtabelle war auf eine ganze Stunde angewachsen und es gab bislang weder Ausfälle noch sonstige Zwischenfälle zu vermelden.

Vom Sattel ging es dann konstant talwärts bis nach Brunnen, wo wir den Vierwaldstättersee erreichten. Anschliessend folgten wir der Axenstrasse nach Flüelen, wo wir uns erneut vom Flachland verabschiedeten. Vor uns lag der Gotthardpass mit ungefähr 1600 Höhenmetern: Das Highlight, aber auch der herausforderndste Teil der Stafette. Dazu kam, dass die Temperatur mit jedem zurückgelegten Kilometer gefühlt um ein paar Grad kälter wurde.

Am Teufelsstein in Göschenen war es dann um 00:30 Uhr an der Zeit für den Fahrerwechsel. Nach über 12h Fahrt kamen neue Kräfte ans Steuer. Direkt danach folgte die Schöllenenschlucht. Von der imposanten Kulisse bekamen die Läuferinnen und Läufer aufgrund der Dunkelheit und des immer mehr aufkommenden Nebels aber leider nicht viel mit. Um 02:50 Uhr bogen wir in Hospental ab in Richtung Gotthard Passhöhe. Unser Präsident Daniel Studer hatte schliesslich die Ehre, den Gotthardpass um genau 04:00 Uhr zu überqueren. Zu unserem Erstaunen konnten uns weder das kalte und neblige Wetter, noch der harte Aufstieg auf den Gotthardpass etwas anhaben: Der Vorsprung auf die Marschtabelle war lediglich eine knappe Viertelstunde kleiner als vor dem Aufstieg. Auf der Passhöhe herrschten schliesslich garstige Wetterbedingungen. Dicker Nebel, eisiger Wind und Temperaturen knapp über 0 Grad. Dementsprechend schnell wollten wir den Pass über die alte Tremola Passstrasse verlassen.

Gross war die Vorfreude auf den Sonnenaufgang in Airolo, mit welchem wir fest gerechnet hatten. Leider wurden wir aber enttäuscht, denn auch im Tessin war es bedeckt und es drohten uns gar weitere Gewitter. Vor allem in Richtung Monte Ceneri und Lugano schien eine heftige Gewitterfront nur auf uns zu warten. Immerhin zauberte die Streckenführung dem einen oder anderen ein Lächeln ins Gesicht. Bis hinunter nach Bellinzona ging es konstant abwärts und wir konnten so die beim Gotthardaufstieg verlorene Zeit wieder aufholen. Um 06:00 Uhr, kurz vor Giornico, wurde es dann langsam hell und die Läuferinnen und Läufer sahen wieder Tageslicht. Die Stimmung war nach wie vor sehr gut, jedoch klagten nun schon einige über verhärtete Muskeln oder Schmerzen in den Knien. Mit dem Monte Ceneri folgte nun das letzte grosse Hindernis. Jonas «Jojo» Fryand nahm um 9:55 Uhr den ersten Teil des Aufstiegs in Angriff. Noch einmal war auf die Zähne beissen gefragt, denn es war mittlerweile bereits der 12. Kilometer für die Athletinnen und Athleten. Kurz nach der Passhöhe meldete sich dann auch wie angekündigt nochmals Petrus zu Wort. Zum Glück hatte er aber Erbarmen und liess uns seine Macht nur kurz spüren. Kurz vor 12 Uhr traf die Stafette dann in Lugano ein. Das Ziel kam immer näher und alle rappelten sich nochmals auf, um auf den letzen Kilometern nochmals alles zu geben. Via Melide und dem Swiss Miniature ging es weiter nach Mendrisio. Dort fanden wir aufgrund eines Unfalls auf der Autobahn ein regelrechtes Verkehrschaos vor. Doch auch dieses Problem meisterten unsere Fahrer bravurös und so lieft Fritz «Fige» Hoch um 14:08 Uhr in Pedrinate, oberhalb von Chiasso, um das südlichste Zollhäuschen der Schweiz. Wir hatten die «Quer dur d’Schwiiz» Stafette somit mit einem Vorsprung von 1 Stunde und 20 Minuten auf die geplante Marschtabelle beendet, was einer durchschnittlichen Kilometerlaufzeit von 4 Minuten und 40 Sekunden entspricht. Eine top Leistung!

Ein grosses Dankeschön geht hiermit an alle Sponsoren, die uns bei diesem etwas verrückten Vorhaben unterstützt haben. Auch ein riesiges Dankeschön geht an alle Fans, die uns während der ganzen Stafette an diversen Orten zugejubelt und die Läuferinnen und Läufer angefeuert haben. Ein spezieller Dank geht auch an unsere zwei Velofahrer Jakob «Köbi» Hoch und Martin «Ruben» Rupp, welche die Stafette während der gesamten 322 Kilometer begleitet haben. Auch sie haben einen tollen Job gemacht!

Natürlich kann man ein solches Unterfangen nicht ohne das eingangs erwähnte OK planen und dann auch so ohne Probleme und Zwischenfälle durchführen. Für ihren grossen, tagelangen Einsatz und ein unvergessliches Erlebnis danken wir Jakob «Köbi» Hoch, Karl «Schari» Schweizer, Matthias «Mättl» Neukom, Martin «Ruben 1» Rupp, Andreas «Ruben 2» Rupp und Daniel Studer ganz herzlich!

 


Der Turnverein Rafz blickt in diesem Jahr, am 10. Juli 2018, auf sein 111-jähriges Bestehen zurück.logo quer dur dschwiiz

Dieses Ereignis möchten wir nun in einem kleinen, aktiven, Nonprofit-Rahmen feiern.

Vor einigen Jahren ist anlässlich einer Generalversammlung die Idee entstanden, vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt der Schweiz eine Stafette durchzuführen. Wir vom Organisationskomitee sind nun daran diese Idee in die Realität umzusetzen.

Wir starten unsere Jubiläumsstafette am Freitag, 31. August nachmittags oberhalb von Bargen und beenden sie am Samstag, 1. September nach rund 330 gelaufenen Kilometer südlich von Chiasso.

Jede Läuferin und jeder Läufer wird zwischen 15 und 20 Einsätze à 1 Kilometer absolvieren. Unser Ziel ist es, auf unserer Route über den Sattel, Gotthard- und den Monte Ceneri-Pass einen Kilometerschnitt von unter 5min zu erlaufen.

Nebst den Läufern sind auch einige Fahrer, Verpflegungs- und Streckenhelfer, wie auch Personen für die medizinische Unterstützung im Einsatz. Um die Läufer an den jeweiligen Kilometerabschnitt zu transportieren werden zudem Personentransporter zum Einsatz kommen, die an diesem Wochenende rund 1000 km zurücklegen werden.

Unsere Stafette werden wir in den Rafzer Printmedien der Öffentlichkeit näherbringen. Ebenfalls informieren wir über unser Vorhaben in den Onlinemedien des Turnvereins wie Homepage und Facebook und Instagram. Begleitet werden wir zudem von einen Oberstufenschüler, der seine Projektarbeit mit dem Thema „Quer durch die Schweiz“ verfassen wird.

Freundliche Turnergrüsse

Das Organisationskomitee


Bargen

bargen

                                          Chiasso

chiasso